Rebsorte / Farbe Beschreibung
Accent pilztolerante Geisenheimer Neuzüchtung aus Kolor und Chancellor, die als Deckrotweinsorte zugelassen ist und hin und wieder vor allem im Rheingau angebaut wird. Accent ist ganz selten auch reinsortig zu finden.
Acolon gelegentlich als "Cabernet Acolon" bezeichnet. Weinsberger Neuzüchtung aus Lemberger und Dornfelder, eine der neuen Sorten, die Rotweine im "Cabernettyp" erbringen sollen. Fand recht schnelle Verbreitung (fast 500 Hektar), insbesondere in Württemberg, aber auch in Rheinhessen und der Pfalz, vereinzelt auch in Franken (Roth) und an der Nahe (Honrath) zu finden. Reinsortige Weine erinnern im Bouquet deutlich an rote Johannisbeeren. Hat zwar sehr gute, aber (bisher) noch keine denkwürdigen Weine erbracht, die besten Weine sind meist im Barrique ausgebaut, kommen überwiegend aus Württemberg. Acolon wird häufig für Cuvées genutzt.
Adelfränkisch alte mit dem Traminer verwandte Weißweinsorte, die bis 2007 als ausgestorben galt. Seither wurden in verschiedenen alten Anlagen einzelne Reben als Adelfränkisch identifiziert. Der Anbau von Adelfränkisch ist seit dem Mittelalter dokumentiert, die Sorte wurde insbesondere im östlichen Franken, in Sachsen, an der Saale und in Brandenburg angebaut. In den letzten Jahren wurde Adelfränkisch wieder in neu angelegten Gemischten Sätzen gepflanzt, vor allem in Franken, aber auch bei Beurer im Remstal.
Albalonga in den fünfziger Jahren in Würzburg als Kreuzung aus Rieslaner und Müller-Thurgau (vermeintlich: Silvaner) gezüchtet. Nur geringe Verbreitung, vor allem in Franken (Göbel), in Rheinhessen (Göhring) und in der Pfalz. Albalonga wird fast ausschließlich süß und edelsüß ausgebaut und kann ganz exzellente edelsüße Weine ergeben, die ein wenig an Rieslaner erinnern, sie zeigen Anklänge an Grapefruit wie der Rieslaner.
André in den sechziger Jahren in der ehemaligen Tschechoslowakei aus Blaufränkisch und Sankt Laurent gekreuzt. André ist vor allem in Mähren zu finden, in Deutschland zugelassen, aber kaum verbreitet, es gibt einige wenige Hektar in Sachsen und Saale-Unstrut. Die Weine sind in der Regel recht schlank und säurebetont.
Arnsburger Geisenheimer Neuzüchtung aus Müller-Thurgau und Gutedel (vermeintlich: aus zwei Rieslingklonen), benannt nach Kloster Arnsburg in Hessen. Hat sich in Deutschland nicht durchgesetzt, nur noch ganz wenige Flächen sind mit Arnsburger bestockt. Auf Madeira wird Arnsburger für trockene Weine verwendet, reinsortig oder in Cuvées. Auch in Neuseeland findet man noch ein klein wenig Arnsburger.
Auxerrois Rebsorte aus der Burgunderfamilie, deren Name vermutlich von der französischen Stadt Auxerre herrührt. Seine größte Verbreitung hat Auxerrois im Elsass, wo er früher oft einfach als "Pinot Blanc" bezeichnet wurde, heute immer häufiger als "Pinot Blanc Auxerrois", und meist als trockener Weißwein zu findet ist, aber auch als Sektgrundwein verwendet wird. Die größten deutschen Flächen findet man in Baden und in der Pfalz. In Baden findet man Auxerrois traditionell im Kraichgau, wo ihn die meisten Weingütern anbauen, und an der Badischen Bergstraße (Seeger), sowie im Breisgau (z.B. bei Wöhrle, Huber, Frey), inzwischen aber auch am Kaiserstuhl (z.B. bei Fischer, Höfflin, Knab), im Markgräflerland, am Bodensee (Aufricht) und in Tauberfranken (Englert). In der Pfalz findet man Auxerrois vor allem im Süden des Anbaugebietes, heute auch immer häufiger im Norden. Eine wichtige Rolle spielt Auxerrois an der Obermosel (wenn auch nicht ganz so wichtig wie im benachbarten Luxemburg), wo fast alle Erzeuger Auxerrois anbauen. Bereits seit den siebziger Jahren gibt es Auxerrois auch in Franken bei Schloss Sommerhausen (immer wieder bemerkenswerter Sekt). Auxerrois ist heute in fast allen deutschen Anbaugebieten zu finden, so in Rheinhessen (z.B. bei Hedesheimer Hof, Knobloch), an der Nahe (Crusius, Zwölberich), in Württemberg (Hirth) oder an der Hessischen Bergstraße (Rothweiler, Simon-Bürkle), ebenso in Sachsen und Saale-Unstrut, selbst im Rheingau wird Auxerrois heute angebaut. Bei reifen Trauben ergeben sich recht stoffige Weine mit ausgeprägtem Bouquet (ausgeprägter als beim Weißburgunder) und eindringlicher Frucht, aber niedriger Säure.
Bacchus in den sechziger Jahren am Geilweilerhof durch Kreuzung von (Silvaner x Riesling) mit Müller-Thurgau entstanden, hat Bacchus in kurzer Zeit in fast allen deutschen Weinbaugebieten Einzug gehalten. Größere Anbauflächen gibt es in Rheinhessen und der Pfalz, aber nur in Franken hat Bacchus ein eigenständiges Profil entwickelt mit interessanten Weinen. In Franken erfreut sich Bacchus bei Neuanlagen weiter großer Beliebtheit, während der Anbau in den anderen Anbaugebieten rückläufig ist. Bacchus profitiert sehr von kühler, langsamer Vergärung, die ausgeprägte Aromen zu Tage bringt, manchmal Anklänge an Johannisbeeren. Wird auch in Franken selten trocken ausgebaut, oft halbtrocken, gelegentlich edelsüß bis hin zur Trocken­­beerenauslese.
Baron pilzresistente Neuzüchtung aus Freiburg, in den achtziger Jahren aus Cabernet Sauvignon und Bronner gekreuzt, gelegentlich in Cuvées zu finden, vor allem bei biologisch arbeitenden Weingütern.
Blauburger Österreichische Neuzüchtung der zwanziger Jahre aus Blauer Portugieser und Blaufränkisch. In Österreich ist Blauburger auf etwa 1000 Hektar im Anbau, in Deutschland gibt es nur einige wenige Hektar, vor allem in Franken (reinsortig z.B. bei Hofmann in Wiesenbronn). Blauburger wird in geringem Umfang auch in Tschechien und in Ungarn angebaut. Blauburger ergibt recht füllige, farbintensive Weine bei zurückhaltender Frucht, wird deshalb gelegentlich auch als Deckrotwein verwendet.
Blauer Affentaler alte Rebsorte, die bis Anfang des 20. Jahrhunderts vor allem in Württemberg angebaut wurde, oft im Gemischten Satz, dann aber von anderen roten Rebsorten wie Trollinger verdrängt wurde.
Blauer Arbst Mutation des Spätburgunders, war Blauer Arbst früher vor allem in Baden, aber auch in Württemberg weit verbreitet. Blauer Arbst gilt heute nicht als eigene Rebsorte, sondern als Spätburgunder-Klon.
Blauer Frühburgunder siehe Frühburgunder.
Blauer Limberger ampelografisch korrekte Bezeichnung des Lemberger.
Blauer Portugieser siehe Portugieser.
Blauer Silvaner Mutation des Grünen Silvaners (oder umgekehrt), die sich von diesem lediglich durch die Rotfärbung der Beeren unterscheidet. Der Blaue Silvaner wurde in den sechziger Jahren von Johann Kaspar Steinmann in Sommerhausen selektioniert und züchterisch vermehrt, in den achtziger Jahren als Rebsorte Blauer Silvaner anerkannt. Er erfreut sich heute steigender Beliebtheit, vor allem in Franken, wo einige Weingüter ihn heute reinsortig anbieten. Durch Maischestandzeiten oder Maiaschegärung (z.B. bei Schloss Saaleck) ist eine leicht rötliche Färbung des Weines möglich. Außerhalb Franken ist Blauer Silvaner schon lange beim Weingut Hahnmühle an der Nahe im Anbau (wurde aber früher lediglich als Silvaner bezeichnet), inzwischen auch in Rheinhessen oder Saale-Unstrut. Im Geschmack ist Blauer Silvaner kaum vom Grünen Silvaner zu unterscheiden.
Blauer Spätburgunder siehe Spätburgunder.
Blauer Urban auch Schwarzer Urban. Blauer Urban ist eine alte Rebsorte, die wohl aus Süddeutschland oder Südtirol stammt und verwandt mit dem Trollinger ist. Urban war früher in Mitteleuropa weit verbreitet, wurde meist im Mischsatz angebaut. In Deutschland war sie vor allem in Württemberg weit verbreitet, wurde im 19. Jahrhundert von anderen Rebsorten wie Trollinger und später Lemberger zurückgedrängt. Ob Blauer Urban mit der ebenfalls alten Rebsorte Roter Urban verwandt ist, ist nicht erwiesen. Blauer Urban findet man reinsortig beim Weingut Adelmann in Kleinbottwar.
Blauer Wildbacher alte Rebsorte, vermutlich aus dem Heunisch hervorgegangen. Früher war Blauer Wildbacher auch in Deutschland verbreitet, heute ist er vor allem in der Weststeiermark zu finden, wo er den Schilcher genannten Wein ergibt. Einige wenige Hektar gibt es auch in Norditalien. An der Hessischen Bergstraße (wo die Rebsorte früher als „Willbacher“ bekannt war) wird Blauer Wildbacher von den Bergsträsser Winzern in Zusammenarbeit mit der Forschungsanstalt Geisenheim versuchsweise angebaut.
Blauer Zweigelt siehe Zweigelt.