© Andreas Durst

Weingut Reichsrat von Buhl

Das 1849 von Franz-Peter Buhl gegründete Weingut entstand aus der Erbteilung des Jordan'schen Weingutes. Der erste Reichsrat war Armand von Buhl, der für seine Verdienste bei der deutschen Sozialgesetzgebung von König Ludwig II. zum "Reichsrat der bayrischen Krone" ernannt wurde, den Titel integrierte aber erst sein Sohn Franz Eberhard von Buhl in den Weingutsnamen, als er 1912 zum "Reichsrat der bayrischen Kammer" ernannt wurde. Nach seinem Tod 1921 führte seine Witwe Frieda Piper von Buhl das Weingut bis 1952. Unter der Leitung des Dirigenten Enoch von und zu Guttenberg, dem das Weingut vererbt wurde, wurde die Rebfläche von einst rund 100 Hektar auf ungefähr die Hälfte verkleinert, dabei konzentrierte man sich auf die besten Lagen der Mittelhaardt. 1989 wurde es an eine japanische Weinhandelsfirma verpachtet, es wurden Millionenbeträge in Keller und Außenbetrieb investiert. Noch während der Pacht erwarb 2005 der Neustadter Unternehmer Achim Niederberger das Weingut, nach seinem frühen Tod ist mittlerweile Jana Niederberger die Eigentümerin, der auch die Weingüter Bassermann-Jordan und von Winning (ehemals Dr. Deinhard) gehören, die ebenfalls durch die Jordan'sche Teilung 1849 entstanden sind. Der Pachtvertrag lief Ende 2013 aus, seit dem Jahrgang 2013 führt eine neue Mannschaft das Weingut. Spektakulärster Neuzugang ist Mathieu Kauffmann, bisher Kellermeister des renommierten Champagnerhauses Bollinger in Aÿ, er teilt sich die Geschäftsführung mit Richard Grosche, für die Weinberge ist nach wie vor der langjährige Außenbetriebsleiter Werner Sebastian zuständig. Reichsrat von Buhl verfügt über beste Lagen in Forst (Freundstück, Jesuitengarten, Pechstein, Ungeheuer, Kirchenstück), Deidesheim (Kieselberg, Mäushöhle, Leinhöhle, Herrgotts­acker, Paradiesgarten) und Ruppertsberg (Reiterpfad). Riesling ist die dominierende Rebsorte. Daneben findet man etwas Weißburgunder, Grauburgunder, Scheurebe und Gewürztraminer, sowie Spätburgunder. Seit 2009 ist der Betrieb bio-zertifiziert. Seit das neue Team am Ruder ist erfolgte auch ein Stilwandel, hin zu konsequent durchgegorenen Weinen, auch die Sekte, die schon seit gut 20 Jahren von zuverlässiger, sehr guter Qualität waren, gewinnen mit jedem neuen Jahrgang mehr an Profil, heute zählt das Gut wieder zur Spitze in Deutschland.

Lagen:

Ungeheuer (Forst)
Pechstein (Forst)
Kirchenstück (Forst)
Jesuitengarten (Forst)
Freundstück (Forst)
Kieselberg (Deidesheim)
Mäushöhle (Deidesheim)
Reiterpfad (Ruppertsberg)
Leinhöhle (Deidesheim)
Paradiesgarten (Deidesheim)

Aktuelle Weine:

   "Réserve" Sekt brut
2014    Riesling Sekt brut
2015    Riesling trocken
2015    Riesling trocken "Suez"
2015    Riesling trocken Deidesheimer
2014    Riesling trocken Deidesheimer Paradiesgarten
2014    Riesling trocken Deidesheimer Herrgottsacker
2015    Riesling trocken Deidesheimer Leinhöhle
2015    Riesling "GG" Kieselberg
2015    Riesling "GG" Ungeheuer
2015    Riesling "GG" Pechstein
2015    Riesling "GG" Jesuitengarten