© Andreas Durst

Weingut Tesch

Das Weingut Tesch war bis in die siebziger Jahre hinein eines der größten Güter an der Nahe. Neben 35 Hektar Weinbergen gehörten noch 100 Hektar landwirtschaftliche Flächen zum Betrieb. Hartmut Tesch hat sich dann ganz auf Weinbau konzentriert. Heute führt seit 1997 sein Sohn Dr. Martin Tesch den Betrieb. Er konzentrierte sich auf nur wenige Rebsorten - neben Riesling, der über 80 Prozent der Fläche einnimmt, gibt es etwas Weißburgunder und Spätburgunder - und verkleinerte die Weinbergsfläche wesentlich und konsequent auf die besten Lagen. Gleichzeitig straffte er sein Sortiment, verzichtete dabei auf Prädikatsbezeichnungen und baute seine Weine nur noch trocken aus - einzelne süße Rieslinge gibt es nur noch in ausgewählten Jahrgängen. Mit dem "Riesling-Unplugged" griff Martin Tesch den Naturweingedanken wieder auf und gehörte damit vor 15 Jahren zu den Ersten, die eine Gegenbewegung initiierten zu dem, was damals in Deutschland in Mode war: Immer alkoholreichere und süßere - angeblich trockene - Weine zu erzeugen. Er setzt auf durchgegorene Weine, die nicht aufgebessert werden, das heißt der Alkoholgehalt wird weder durch Chaptalisierung noch durch andere kellertechnische Verfahren (wie beispielsweise Konzentration der Moste) erhöht. Jahr um Jahr schickt Martin Tesch uns sein "Mixed Sixpack" zur Verkostung, sechs Rieslinge, die den Großteil seiner Produktion ausmachen und bei denen die verschiedenen Lagen schon anhand der Etikettenfarbe unterschieden werden können. Neben dem "Unplugged" sind stets seine fünf Lagenweine im Paket, bestehend aus Karthäuser, St. Remigiusberg und Krone in Laubenheim und Löhrer Berg und Königsschild in Langenlonsheim. Im Karthäuser findet sich roter Sandsteinverwitterungsboden, der die Wärme gut aufnimmt und speichert, der gleich daneben liegende St. Remigiusberg ist geprägt von verwittertem Vulkangestein und eisenerzdurchzogenem Lehm. Die Krone liegt zwischen Laubenheim und Langenlonsheim, der windexponierte, steile Südosthang besteht aus Lösslehm und Sandsteinverwitterung, unmittelbar daneben schließt sich der Löhrer Berg an, wo der Boden aus mit Flusskies durchsetztem Lehm besteht, hier besitzt Tesch über 40 Jahre alte Rieslingreben. Südlich davon liegt das Königsschild mit von Muschelkalk durchsetztem lockeren Lösslehm, in dem die Reben besonders tief wurzeln. Seit 1994 war das Weingut Tesch Mitglied im VDP - war, denn im April 2014 verließ Martin Tesch den Verband, einvernehmlich, wie es hieß, und wohl, weil die Qualitätspyramide des VDP für sein Sortiment keinen Sinn macht.

Lagen:

Karthäuser (Laubenheim)
Krone (Laubenheim)
St. Remigiusberg (Laubenheim)
Löhrer Berg (Langenlonsheim)
Königsschild (Langenlonsheim)

Aktuelle Weine:

2015    Riesling trocken "Unplugged"
2015    Riesling trocken Langenlonsheimer Löhrer Berg
2015    Riesling trocken Laubenheimer Karthäuser
2015    Riesling trocken Langenlonsheimer Königsschild
2015    Riesling trocken Laubenheimer Krone
2015    Riesling trocken Laubenheimer St. Remigiusberg