© Andreas Durst

Weingut Karl Haidle

Karl Haidle begann 1949 mit damals einem halben Hektar Reben mit der Selbstvermarktung. Hans Haidle, der den Betrieb 1968 mit damals eineinhalb Hektar übernahm, hat zusammen mit Ehefrau Susanne die Rebfläche vergrößert und das Weingut als Spitzen-Betrieb in Württemberg etabliert. Inzwischen hat Sohn Moritz den Betrieb übernommen, der in Geisenheim studierte, Praktika im Inland, aber auch in Australien, Kalifornien und Burgund absolvierte. Die Weinberge liegen alle im Remstal, vor allem in Stetten, wo das Weingut seinen Sitz hat. Moritz Haidle ist vor allem in den Stettener Lagen Pulvermächer, Häder und Mönchberg vertreten, in der Schnaiter Burghalde sowie in Strümpfelbach. Der Boden im Pulvermächer, wo das Weingut seine Spitzenrieslinge erzeugt, ist von Keuper-Verwitterungsgestein geprägt. Im Mönchberg, einer der wärmsten Lagen im Remstal, baut Moritz Haidle überwiegend rote Sorten an, ebenso in der Burghalde in Schnait. Wichtigste Rebsorte ist der Riesling, der knapp 40 Prozent der Weinberge einnimmt. Dazu gibt es an weißen Sorten Grauburgunder, Weißburgunder, Chardonnay, Kerner, Müller-Thurgau und Gewürztraminer. Wichtigste rote Sorten sind Lemberger, Spätburgunder und Trollinger, aber es gibt auch ein wenig Dornfelder, Zweigelt und Acolon, auch Cabernet Franc und Cabernet Sauvignon, die für Cuvées genutzt werden. An der Spitze des Sortiments stehen die Großen Gewächse: Der Riesling aus dem Pulvermächer, der Spätburgunder aus der Burghalde und der Lemberger aus dem Mönchberg, zu denen sich mit dem Jahrgang 2012 erstmals auch ein Weißburgunder aus dem Mönchberg gesellte. Mit dem Jahrgang 2014 gab es eine weitere Neuerung: Aus dem Mönchberg-Lemberger wurden zwei, da Moritz Haidle sich entschied, die Weine aus den Teillagen Gehrnhalde und Berge gesondert abzufüllen. Auf gleicher Ebene sind die "Passion" genannten Weine angesiedelt, Barriqueweine von Chardonnay, Zweigelt und Dornfelder, sowie die rote Spitzencuvée Ypsilon, die erstmals 1997 erzeugt wurde und in der Lemberger die Hauptrolle spielt, hinzu kommen in unterschiedlichen Anteilen Zweigelt oder Acolon, in den letzten Jahren auch Cabernet Sauvignon und Cabernet Franc. Wenn es der Jahrgang erlaubt, werden auch edelsüße Rieslinge erzeugt. Moritz Haidle hat 2014 den Keller allein "geschmissen", hat keinen angestellten Kellermeister mehr, hat alle Weine, so es möglich war, spontanvergoren. Die Rieslinge hat er wieder in den alten, traditionellen Holzfässern vergoren und deutlich länger auf der Hefe gelassen. Bei den Rotweinen strebt er einen etwas dezenteren Holzeinsatz und niedrigere Alkoholwerte an - was ihm zumindest im Jahrgang 2014 noch nicht gelungen ist, seine Lemberger beispielsweise waren in unserer Finalverkostung die Weine mit dem klar höchsten Alkoholwert, 2014 wurde mit der zertifizierten Umstellung auf ökologischen Weinbau begonnen.

Lagen:

Pulvermächer (Stetten)
Mönchberg (Stetten)
- Gehrnhalde (Stetten)
- Berge (Stetten)
Häder (Stetten)
Lindhälder (Stetten)
Burghalde (Schnait)
Hintere Klinge (Endersbach)

Aktuelle Weine:

   "1869" Sekt brut
2015    Riesling trocken "Schilfsandstein" Stettener
2015    Riesling trocken Stettener Pulvermächer
2015    Riesling "GG" Stettener Pulvermächer
2014    Weißburgunder "Pinorange"
2015    Spätburgunder trocken "Stubensandstein"
2015    Blaufränkisch trocken "Bunter Mergel"
2015    Spätburgunder trocken Stettener Lindhälder
2014    Lemberger trocken Stettener Häder
2013    Spätburgunder "GG" Schnaiter Burghalde
2014    Spätburgunder "GG" Schnaiter Burghalde
2014    Blaufränkisch "GG" "Berge" Stettener Mönchberg
2014    Blaufränkisch "GG" "Gehrnhalde" Stettener Mönchberg
2014    "Ypsilon" Rotwein-Cuvée trocken