Markus Hillabrand, Hüttenheim

HÜTTENHEIM. TANNENBERG. HILLABRAND.

 

Hüttenheim liegt am Fuß des südlichen Steigerwalds. Hüttenheim ist weniger dafür bekannt, was auf den Hängen des Tannenbergs wächst, sondern dafür, was es tief drinnen im Boden des Tannenbergs gibt. Die Firma Knauf aus dem benachbarten Iphofen betreibt in Hüttenheim das größte Bergwerk Bayerns, zwei Quadratkilometer groß, baut hier Anhydrit ab, ein Gestein, aus dem Fließestrich entsteht. Ein Besuch im Stollen ist lehrreich und spannend, aber als Weinkritiker bin ich natürlich nicht an Anhydrit interessiert, sondern daran, was oben auf dem Berg wächst, denn in Hüttenheim wird Wein angebaut.


Hüttenheim ist als Weinbaugemeinde kaum bekannt, ganz anders als das wenige Kilometer nördlich von Hüttenheim gelegene Iphofen. Dabei ist bereits seit 1199 Weinbau in Hüttenheim urkundlich belegt. Die Reben wachsen am Tannenberg und Tannenberg ist auch die einzige Lage, die das Weingesetz für Hüttenheim vorgesehen hat. Die Reben wachsen wie fast überall im Steigerwald auch am Tannenberg auf Gipskeuperböden. Einheitlich ist die Lage Tannenberg allerdings nicht, man findet neben schweren Gispkeuperböden auch leichtere, kiesige Böden, und man findet alle Expositionen, Nord- und Südlagen, West- und Ostlagen. Und neben Flach- und Hanglagen gibt es auch richtige Steillagen am Tannenberg.

Die Hillabrands sind in einem historischen Fachwerkhaus zu Hause das 1572 erbaut wurde, es ist das älteste Haus in ganz Hüttenheim. Seit 1929 baut die Familie Wein in Hüttenheim an, aber lange Zeit spielte Wein nur eine Nebenrolle, erst als abzusehen war, dass Markus Hillabrand sich für Wein interessiert, hat man die Rebfläche erweitert. 1,7 Hektar besaß man im Jahr 2000, inzwischen sind 9 Hektar daraus geworden. Markus Hillabrand hat seine Winzerlehre beim bekannten Weingut Wirsching in Iphofen absolviert, dann bei Wilhelm Arnold im Außenbetrieb gearbeitet. 

Heute konzentriert Markus Hillabrand sich ganz auf sein eigenes Weingut, das er zusammen mit Ehefrau Carolin führt. Sie haben weitere Expansionspläne, in einem Nebengebäude soll eine Vinothek eingerichtet werden, dazu Gästezimmer. Seit 1999 bereits betreibt die Familie eine Heckenwirtschaft im alten Fachwerkhaus, die jeweils acht Wochen im Frühjahr und im Herbst am Sonntag geöffnet hat.

Das Sortiment ist umfangreich, wie das eben so ist bei Selbstvermarktern, viele verschiedene Rebsorten hat Markus Hillabrand im Angebot, Scheurebe und Silvaner, Müller-Thurgau und Riesling, Bacchus und Weißburgunder, dazu rote Sorten wie Spätburgunder, Dornfelder, Domina und Regent, Goldmuskateller hat er neu gepflanzt, auch noch mehr Bacchus.

Die meisten Weinberge von Markus Hillabrand liegen im Hüttenheimer Tannenberg, aber auch weiter im Süden, im benachbarten Bullenheim ist er vertreten, schon in Mittelfranken liegt Bullenheim, nicht mehr in Unterfranken. Paradies heißt die Lage in Bullenheim, noch weiter südlich liegt Reusch, wo Markus Hillabrand ebenfalls Reben erworben hat, am Altenberg.

Besonders stolz ist Markus Hillabrand auf einen Hektar im steilsten Südhang von Hüttenheim, Silvaner, Riesling und Scheurebe aus diesem Steilhang zeigen dies auch auf dem Etikett: "Steiler Südhang" steht da zu lesen. Genau so stolz ist Markus Hillabrand aber auf seine Scheurebe. Bereits mit 19 Jahren hatte er selbst seinen ersten Weinberg gekauft - mit Scheurebe. 1,4 Hektar Scheurebe besitzt er heute, die ältesten 1972 gepflanzt, und auch bei dieser Scheurebe, im Bullenheimer Paradies gewachsen, steht wie auch bei seinen alten Müller-Thurgau-Reben im Tannenberg ganz folgerichtig auf dem Etikett: "Alte Reben".

© 2016 Gerhard Eichelmann/Mondo Heidelberg

 

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