Mosel

28,10,-14,50,2
600,600,60,1,3000,5000,25,800
90,150,1,50,12,30,50,2,70,12,1,50,1,1,1,2000
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Winninger Uhlen
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Graach und Wehlen
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Uhlen, Winningen
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Bernkastel-Kues
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Monorackbahn
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Weinberge an der Mosel
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Weinberge an der Mosel, Ürzig
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Weinbau an der Mosel

 

Zum Anbaugebiet Mosel zählen alle Weinberge an der Mosel und ihren Nebenflüssen, von der Luxemburgischen Grenze bis zur Mündung der Mosel in den Rhein bei Koblenz. Mosel-Saar-Ruwer hieß das Anbaugebiet bis zum Jahr 2007, hatte den Namen der beiden wichtigsten Nebenflüsse, an denen Wein wächst, integriert, seither heißt es schlicht Mosel. Die ersten Weinberge an der Luxemburgischen Grenze gehören zum Bundesland Saarland, das Gros der Weinberge aber liegt in Rheinland-Pfalz. 

Wie in vielen anderen deutschen Anbaugebieten auch, kam der Wein durch die Römer in die Region, die zahlreiche Kelteranlagen entlang des Flusses errichtet haben. Im Mittelalter förderten die Klöster den Weinbau. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde die Mosel ein beliebtes Reisziel für Adel und Geldadel aus ganz Europa, vor dem Ersten Weltkrieg zählten Moselweine zu den teuersten Weinen der Welt. Zwei Weltkriege änderten dies grundlegend, nach dem Zweiten Weltkrieg fiel der wichtige ostdeutsche Markt der einst preußischen Mosel weg. Ende des 20. Jahrhunderts nahm der Weinbau wieder zu, Anfang der achtziger Jahre gab es etwa 12.500 Hektar Reben, um die Jahrtausendwende etwa 11.500 Hektar, seither hat das Anbaugebiet ein Viertel der Fläche verloren, viele Steillagenweinberge wurden aufgegeben.

Das Weinbaugebiet ist in sechs Bereiche unterteilt. Die Bereiche Moseltor (alle Weinberge im Bundesland Saarland) und Obermosel (bis Trier) werden meist zusammengefasst und als Obermosel bezeichnet. Obermosel meint dabei nicht den geographischen Oberlauf der Mosel, entspringt diese doch in den Vogesen und durchfließt Lothringen, bevor sie den Grenzverlauf zwischen Luxemburg und Deutschland markiert. Die Obermosel unterscheidet sich von den anderen Weinbaubereichen der Mosel hinsichtlich Boden und Rebsorten. Die Obermosel ist geprägt von Muschelkalkböden (weshalb man früher umgangssprachlich den Namen Kalkweingebiet anstelle von Obermosel verwendet hat), neben dem Elbling als wichtigster Rebsorte spielen die Burgundersorten eine herausragende Rolle, Weiß- und Grauburgunder, Auxerrois, ebenso Spätburgunder und Schwarzriesling, aber auch Riesling und Müller-Thurgau findet man hier. Eine wichtige Rolle spielt die Sekt- respektive Crémant-Erzeugung aus Elbling und den Burgundersorten.

Der dritte Weinbaubereich Saar umfasst alle Weinberge entlang der Saar (die aber alle in Rheinland-Pfalz und nicht im Saarland liegen), von Serrig bis Konz sowie in einigen Seitentälern. Die Saar hat in wenig mehr als einem Jahrzehnt fast die Hälfte der Anbaufläche verloren, viele Steillagen sind brach gefallen, inzwischen ist der Abwärtstrend aber gestoppt, Investoren von außerhalb haben Weingüter erworben und in Weinberge investiert. An der Saar liegt der Rieslinganteil deutlich über dem Durchschnitt im Anbaugebiet, Weißburgunder, Chardonnay oder gar Sauvignon Blanc spielen nur eine Außenseiterrolle, Müller-Thurgau und Kerner haben an Boden verloren und auch rote Sorten tun sich schwer an der Saar. Die höhere Lage und die niedrigen Durchschnittstemperaturen im Vergleich zur Mosel bewirken, dass Saarweine ein deutlich eigenständiges Profil besitzen mit einer meist markanteren Säure als an der Mosel, bei niedrigerem Alkohol.

Dramatisch war der Rückgang der Rebfläche auch an der Ruwer, dem zweiten Mosel-Nebenfluss, der einst Bestandteil des Namens der Weinbauregion war. Die Ruwer entspringt im Hunsrück und mündet bei Trier in die Mosel. An der Ruwer ist die Rebfläche im letzten Jahrzehnt stark zurückgegangen, vor allem in Waldrach und weiter flussaufwärts gelegenen (ehemaligen) Weinbaugemeinden, so dass es heute nur noch deutlich weniger als 200 Hektar Weinberge gibt, die zu 90 Prozent mit Riesling bestockt sind. 

Der vierte und mit Abstand größte Weinbaubereich der Mosel, Bernkastel, landläufig Mittelmosel genannt, umfasst alle Weinberge zwischen Trier und Briedel (zur preußischen Zeit umfasste die Mittelmosel nur die Weinberge zwischen Schweich und Traben-Trarbach, Enkirch und die flussabwärts folgenden Weinbauorte zählten zur Untermosel). Die Weinberge bei Konz, wo die Saar in die Mosel mündet, rechnet man zur Saar, östlich davon, im Einzugsbereich von Trier, beginnt die Mittelmosel, die bis Briedel, oberhalb von Zell gelegen, reicht; wobei die Trierer Lagen, die nicht an der Ruwer liegen, ebenfalls der Mittelmosel zugerechnet werden und nicht der Ruwer. 

Der fünfte Weinbaubereich der Mosel, Burg Cochem, meist "Untermosel" oder "Terrassenmosel" genannt, reicht von Zell bis zur Moselmündung in Koblenz. Das Tal ist wesentlich enger als an der Mittel- oder Obermosel, der Weinbau beschränkt sich im Wesentlichen auf Steillagen, die Weinberge sind oft in Terrassen angelegt, vielerorts wurden Monorackbahnen installiert, die die Bewirtschaftung der Steillagen erleichtern.

Denkt man an die Mosel, denkt man an Riesling. Schaut man in die Rebsortenstatistik, dann ist man ganz überrascht zu sehen, dass es an Mosel, Saar und Ruwer gerade einmal 61 Prozent Riesling gibt. Dazu 12 Prozent Müller-Thurgau und 6 Prozent Elbling, es folgen Spätburgunder und Kerner. Bei Neuanpflanzungen nach wie vor besonders beliebt sind Weißburgunder und Chardonnay, aber auch Spätburgunder, rote Sorten nehmen inzwischen fast 10 Prozent der Fläche ein.

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