Pfalz

28,10,-14,50,2
600,600,60,1,3000,5000,25,800
90,150,1,50,12,30,50,2,70,12,1,50,1,1,1,2000
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Schwarzer Herrgott, Zell
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Weinberge in der Pfalz, Rietburg
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Weintor in Schweigen, Deutsche Weinstraße, Pfalz
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Weinberge in der Pfalz
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Albersweiler
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Weinbau in der Pfalz

 

Die Pfalz ist nach Rheinhessen das zweitgrößte deutsche Anbaugebiet mit etwa einem Viertel der gesamten deutschen Rebfläche. Das Weinbaugebiet Pfalz liegt im Süden des Bundeslands Rheinland-Pfalz, umfasst den Teil der historischen Region Pfalz, der zwischen Rheinebene und Pfälzerwald (Haardtgebirge) liegt, wobei direkt am Rhein kein Wein angebaut wird. Seit der Römerzeit wird Wein in der Pfalz angebaut. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde die Pfalz Teil des Königreichs Bayern, zur Unterscheidung von der bayerischen Oberpfalz wurde für die Pfalz der Begriff Rheinpfalz eingeführt. Dies blieb auch mit der Verabschiedung des Deutschen Weingesetzes im Jahr 1971 so, erst 1993 wurde das Anbaugebiet von Rheinpfalz in Pfalz umbenannt.

Bis weit ins 20. Jahrhundert hinein unterteilte man das Weinbaugebiet in die drei Regionen Oberhaardt, Mittelhaardt und Unterhaardt (das historische Leiningerland). Mit dem Deutschen Weingesetz wurden Mittel- und Unterhaardt zum Bereich "Mittelhaardt-Deutsche Weinstraße" zusammengefasst, der von südlich von Neustadt bis hoch nach Bockenheim bis zum angrenzenden Weinbaugebiet Rheinhessen reicht und auch den größten Teil des Zellertals umfasst, aus der Oberhaardt wurde der Bereich Südpfalz, der südlich von Neustadt beginnt und alle Weinberge bis hin zur französischen Grenze umfasst, selbst der Wein von einigen auf französischem Boden gelegenen Weinbergen in Schweigen darf als Pfälzer Wein vermarktet werden.

Geschützt durch das Haardtgebirge, besitzt die Pfalz ein mildes Klima, die Region ist nicht nur für Wein berühmt, sondern auch für ihre vielen Mandelbäume. An Böden findet man Sand und Lehm, Ton und Mergel, alles in unterschiedlichen Anteilen, Kalk und Buntsandstein, durch Verwerfungen, die im Zuge der Entstehung der Alpen entstanden sind, findet man aber auch einzelne Lagen mit Basalt oder Schiefer.

Der Rebsortenspiegel in der Pfalz hat sich in den letzten beiden Jahrzehnten stark geändert.  Die Pfalz stand zwar schon immer für Riesling, aber erst seit den neunziger Jahren ist Riesling auch die meistangebaute Rebsorte in der Pfalz, hat damals Müller-Thurgau überholt. Stark im Anbau zurückgegangen sind seither auch andere einst populäre Neuzüchtungen wie Kerner (damals vor Portugieser an dritter Stelle der Anbaustatistik), Scheurebe, Morio-Muskat, Huxelrebe oder Bacchus, alle haben seither stark an Boden verloren, ebenso der Silvaner. Davon profitiert haben neben Riesling vor allem Grauburgunder und Weißburgunder, aber auch internationale Rebsorten wie Chardonnay und Sauvignon Blanc. Vor allem aber auch rote Rebsorten, die einen nie gekannten Boom erlebten, heute aber wieder im Anbau ruckläufig sind. 

Dies gilt auch für Dornfelder, die Rebsorte, die im ersten Jahrzehnt dieses Jahrhunderts einen beispiellosen Höhenflug erlebte und heute nach Riesling klar die Nummer Zwei ist unter den Pfälzer Rebsorten, über 3.000 Hektar sind derzeit in der Pfalz mit Dornfelder bestockt. Der Portugieser hat deutlich an Boden verloren, Spätburgunder legt weiter zu, beide liegen heute in etwa gleichauf hinter Dornfelder. Die kurzfristige Regent-Hype ist ebenfalls vorüber, Sankt Laurent behauptet sich, ist nicht mehr nur in der Südpfalz zu finden, ebenso die "Internationalen", Merlot und Cabernet Sauvignon, die weiterhin leicht zulegen.

Lange Zeit bestimmten die Weine der Mittelhaardt das Bild des Anbaugebiets Pfalz. Von Herxheim über Kallstadt nach Bad Dürkheim und dann weiter über Wachenheim, Forst, Deidesheim und Ruppertsberg bis nach Neustadt reihen sich weltberühmte Weinorte und Lagen aneinander. Die Mittelhaardt und ihre Weingüter stehen vor allem für Riesling. 

Der nördlichste Teil der Pfalz, das Leiningerland, früher als Unterhaardt bezeichnet, ist weniger eindeutig auf Riesling fixiert, hat zuerst durch die Rotweine der Brüder Knipser für Aufsehen gesorgt und bundesweite Beachtung gefunden, auch Philipp Kuhn glänzte zunächst mit Rotweinen, inzwischen haben aber sowohl Knipser als auch Kuhn ebenso mit ihren Rieslingen gezeigt, dass sie zur Pfälzer Spitze gehören. Viele junge Betriebe drängen in den Vordergrund, die Weinberge im Zellertal, ganz im Norden des Anbaugebietes, sind derzeit besonders begehrt.

In der Südpfalz geht es nunmehr seit zwei Jahrzehnten stetig bergauf. Früher lebten die meisten Winzer in der Südpfalz vom Fassweinverkauf, inzwischen aber kommen Jahr für Jahr viele Spitzenweine aus dem Süden der Pfalz. Nicht nur mit Riesling wie an der Mittelhaardt glänzt die Südpfalz, auch Weißburgunder und Spätburgunder zählen regelmäßig zur deutschen Spitze, als regionale Spezialitäten findet man – das Elsass lässt grüßen – Muskateller, Gewürztraminer und Auxerrois.

Winzer der Region