Rheingau

28,10,-14,50,2
600,600,60,1,3000,5000,25,800
90,150,1,50,12,30,50,2,70,12,1,50,1,1,1,2000
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Zum Krug, Hattenheim
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Rheingau
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Weinberge im Rheingau
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Rheingau
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Weinberge und Weinlese bei Assmannshausen
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Weinbau im Rheingau

 

Der Rheingau liegt am östlichen Rheinufer zwischen Walluf und Lorchhausen, umfasst das schmale Gebiet zwischen Taunus und Rhein. Diese historische Kulturlandschaft Rheingau bildet auch den Kern des Weinbaugebietes Rheingau, dass aber größer ist als der eigentliche Rheingau, rechnet man doch auch die zwischen Frankfurt und Wiesbaden am nördlichen Mainufer gelegenen Weinberge zum Rheingau. 

Weinbau ist seit dem 8. Jahrhundert urkundlich belegt. Das Klima ist geprägt von warmen und meist trockenen Sommern und relativ milden Wintern, geschützt vom Taunus. In keiner anderen deutschen Weinbauregion nimmt eine einzige Rebsorte einen solch hohen Anteil an der Gesamtrebfläche ein wie im Rheingau: Riesling kommt auf 79 Prozent Anteil. Zweitwichtigste Rebsorte ist der Spätburgunder, der es auf 12 Prozent Anteil bringt, im ganzen Rheingau zu finden ist, mit Schwerpunkt in Assmannshausen. Neben Riesling und Spätburgunder bringt es allein der Müller-Thurgau auf mehr als ein Prozent der Rheingauer Rebfläche, immer häufiger angepflanzt wird seit einigen Jahren Weißburgunder, Silvaner findet man noch hin und wieder, dazu etwas Grauburgunder und Gewürztraminer, auch Chardonnay, Sauvignon Blanc und Grüner Veltliner, als "neue" Spezialität Roter Riesling, dazu Versuche mit einer Vielzahl an roten Rebsorten.

Die Böden im Rheingau sind unterschiedlich. In den unteren Lagen, vor allem im mittleren und östlichen Rheingau, findet man Löss und Lösslehmböden, aber auch Sand und in Rheinnähe Schwemmsedimente. Schieferböden herrschen in den westlichen Weinbergen Rüdesheims (Rüdesheimer Berg), Assmannshausen und Lorch vor, findet man aber auch in Kiedrich oder Rauenthal. Quarzitböden findet man in einigen höheren Lagen, vor allem im mittleren Rheingau, aber auch in Lorch, Phyllit- und Gneisböden mehr im östlichen Rheingau.

Der Rheingau war die erste und ist bis heute die einzige Region, die ihre besten Lagen gesetzlich definiert hat, nur Weine aus diesen Lagen dürfen als "Erstes Gewächs" bezeichnet werden. Gut ein Drittel der Rheingauer Weinberge gehört zu dieser im Jahr 1999 eingeführten Kategorie, die Lagen wurden von der Forschungsanstalt Geisenheim in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Wetterdienst festgelegt. Diese Festlegung der Lagen anhand der gemessenen Traubenreife zu einem bestimmten Stichtag war einer der wesentlichen Kritikpunkte an dem Konzept des "Ersten Gewächses". Ein zweiter Kritikpunkt betrifft die Tatsache, dass über ein Drittel der Weinberge als "Erste Gewächse" klassifiziert wurden, was die Werte aller anderen Regionen, die solche Klassifikationen verabschiedet haben, um ein Vielfaches übersteigt. Ein dritter Kritikpunkt betraf die Festlegung der Restzucker-Höchstgrenze für diese vorgeblich trockenen Weine auf 13 Gramm, was deutlich über dem vom Deutschen Weingesetz vorgesehenen 9 Gramm für trockene Weine liegt (und noch deutlicher über den international üblichen Restzuckerwerten).

Die Rheingauer VDP-Weingüter hatten in einem ersten Schritt die Restzucker-Höchstgrenze auf die bundesweit im VDP üblichen 9 Gramm gesenkt, in einem zweiten Schritt ganz auf die Verwendung der Bezeichnung "Erstes Gewächs" zugunsten der im Gesamt-VDP einheitlichen "Großen Gewächse" verzichtet, so dass die Bezeichnung Erstes Gewächs heute nur noch von Weingütern verwendet wird, die nicht Mitglied im VDP sind - und da der VDP-Regionalverband Rheingau trotz der relativ geringen Rebfläche im Rheingau der mit Abstand mitgliederstärkste VDP-Regionalverband ist, haben damit die Rheingauer "Ersten Gewächse" stark an Bedeutung verloren.