Rheinhessen

28,10,-14,50,2
600,600,60,1,3000,5000,25,800
90,150,1,50,12,30,50,2,70,12,1,50,1,1,1,2000
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Rheinhessen Weinregion, Alzey
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Rheinhessen Weinregion
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Hölle, Saulheim
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Nierstein, Rheinhessen
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Schlossberg, Saulheim
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Weinbau in Rheinhessen

 

Rheinhessen ist das größte deutsche Weinanbaugebiet: Mehr als ein Viertel aller deutschen Reben wachsen in Rheinhessen. Der Name Rheinhessen rührt daher, dass diese Region westlich des Rheins, zwischen Worms im Süden und Mainz und Bingen im Norden, als Provinz Rheinhessen ein Teil des Großherzogtums Hessen, nach Abschaffung der Monarchie 1918 dann Teil des Volksstaates Hessen war. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das linksrheinische Rheinhessen teil von Rheinland-Pfalz, gehört also, anders als der Name vermuten lässt, nicht zum Bundesland Hessen.

Schon die Römer haben Wein im heutigen Rheinhessen angebaut, seit dem 8. Jahrhundert ist Weinbau in Nierstein urkundlich belegt. Im 20. Jahrhundert war der Weinbau in Rheinhessen immer wichtig, das Renommee lag aber lange Zeit am Boden, der Markt war bestimmt von Massenweinen, die Großkellereien als Markenweine unter Namen wie Liebfraumilch auf den Markt schwemmten, lediglich einige Gemeinden an der so genannten Rheinfront im nordöstlichen Teil des Anbaugebietes schafften es, sich von diesem Meer an Massenweinen abzugrenzen. 

Der grundlegende Umschwung im rheinhessischen Weinbau begann im letzten Jahrzehnt des zwanzigsten Jahrhunderts, und er ging nicht von der Rheinfront aus, sondern von Winzern im bis dahin vernachlässigten "Hinterland". Klaus Keller aus Flörsheim-Dalsheim fand mit edelsüßen, später auch trockenen Rieslingen überregionale Beachtung, Günter Wittman aus Westhofen tat es ihm gleich, die beiden Söhne, Klaus Peter Keller und Philipp Wittmann, drehten weiter an der Qualitätsschraube. Einen weiteren Scvhub brachte die vom rheinhessischen Weinbauverband eingeführte Initiative der „Selection Rheinhessen“: Die Winzer haben gesehen und geschmeckt, dass man bei Ertragsbeschränkung bessere Weine machen kann. Und sie haben gemerkt, dass man diese bessere Qualität auch besser bezahlt bekommt.

Der Wandel in Rheinhessen hat sich auch in den Weinbergen vollzogen. Riesling ist seit einigen Jahren die flächenmäßig wichtigste Rebsorte in Rheinhessen, und Riesling ist auch die Rebsorte, mit der Rheinhessen sich in den letzten beiden Jahrzehnten bundesweit und inzwischen auch im Ausland etabliert hat. Über 16 Prozent der Rebfläche nimmt Riesling ein, liegt damit knapp vor dem lange Zeit führenden Müller-Thurgau. Auf Platz 3 folgt Dornfelder, die Rebsorte, die im ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts in ganz Deutschland einen Boom erlebte, aber nirgendwo so stark wie Rheinhessen. Der Boom ist vorüber, hat aber dafür gesorgt, dass heute in 13 Prozent der rheinhessischen Weinberge Dornfelder wächst.

Silvaner, einst die führende Rebsorte nicht nur in Rheinhessen sondern in ganz Deutschland, liegt an vierter Stelle der Rebsortenstatistik, nimmt noch knapp 9 Prozent der Fläche ein, womit aber Rheinhessen nach wie vor die größte Silvanerfläche aller deutschen Weinanbaugebiete besitzt, vor Franken. Die Burgundersorten sind die großen Gewinner des letzten Jahrzehnts, Grauburgunder, Spätburgunder und Weißburgunder haben alle stark zugelegt und erfreuen sich steigender Beliebtheit. Spätburgunder ist damit nach Dornfelder die beliebteste rote Rebsorte in Rheinhessen, hat die lange Zeit wichtigste rote Rebsorten, den Portugieser, überholt, danach folgt Regent, der wie zuvor Dornfelder einen plötzlichen Boom erlebte, auf den aber wie im Falle des Dornfelder inzwischen die Ernüchterung folgte, dafür sind derzeit Sorten wie Frühburgunder oder St. Laurent beliebt.  Hinzu kommen Scheurebe und Huxelrebe, die fast schon etwas wie rheinhessische Spezialitäten geworden sind, während andere einst populäre Neuzüchtungen wie Kerner, Faberrebe oder Bacchus, Ortega oder Morio-Muskat deutlich an Boden verloren haben, dafür findet man zunehmend internationale Rebsorten wie Chardonnay oder Sauvignon Blanc, Merlot oder Cabernet Sauvignon.

 

Winzer der Region